Betriebliche Neuerungen

(Stand: 24. April 2020)

Es waren harte und lange Verhandlungen, am Ende aber haben die Spitzen von CDU, CSU und SPD eine gemeinsame Linie bei wichtigen Themen in der Corona-Krise gefunden.

Mit dieser Feststellung sind die Vertreter der beteiligten Parteien am Donnerstag früh vor die Presse getreten. Nachfolgend haben wir die wichtigsten betrieblichen Neuerungen für Sie zusammengefasst:

1. Kurzarbeitergeld (KUG)
Für diejenigen, die das KUG für eine um mindestens 50% reduzierte Arbeitszeit beziehen, soll es

  • ab dem 4. Monat des Bezugs auf 70% (bzw. 77% für Haushalte mit Kindern) und
  • ab dem 7. Monat des Bezuges auf 80% (bzw. 87% für Haushalte mit Kindern) steigen; längstens bis Ende 2020. Außerdem werden für Arbeitnehmer in Kurzarbeit ab dem 1. Mai bis Ende 2020 bereits bestehende Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert.

2. Steuerhilfen für Gastrobetriebe
Gastronomiebetriebe leiden besonders unter den Folgen der Corona-Einschränkungen. Vom Straßenverkauf abgesehen sind diese Unternehmen praktisch stillgelegt. Deshalb soll diesem Bereich eine besondere Hilfe zukommen. Nach dem Beschluss der an der Bundesregierung beteiligten Parteien soll der Mehrwertsteuersatz für Speisen - befristet auf die Zeit vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 - von 19% auf 7% gesenkt werden.

Diese Ankündigung klingt auf den ersten Blick sehr freundlich, beinhaltet aber mindestens 3 „Kröten“:

a. Der ermäßigte Steuersatz soll nur für Speisen, also nicht für Getränke gelten. Neben der Einschränkung an sich bedeutet dies für die Unternehmen auch, dass sie organisatorisch die Trennung der Umsatzsteuersätze in der Finanzbuchhaltung, aber auch auf den Rechnungen, sicherstellen müssen.

b. Die zeitliche Beschränkung bis Mitte 2021 soll klarstellen, dass es sich hierbei ausschließlich um eine „Corona-Hilfe“ handelt und nicht um die Umsetzung der von der Gastronomie schon seit Jahren erhobenen Forderung auf grundsätzliche Senkung der Mehrwertsteuer zur Anpassung an die Kollegen in Österreich.

c. Der Termin für den Beginn der Senkung soll nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die Gastrobetriebe sicher am 1. Juli wieder geöffnet werden können. Ministerpräsident Markus Söder hat bei der Vorstellung der Ergebnisse ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Termin für die Wiederöffnung der Gastrobetriebe von der Entwicklung der Infektionszahlen abhängig sei.

3. Verlustverrechnung
Absehbare betriebliche Verluste des Jahres 2020 sollen frühzeitig mit Einkommensteuer- bzw. Körperschaftsteuerzahlungen für 2019 verrechnet werden können.
Genaue Angaben hierzu wurden noch nicht genannt.
Es empfiehlt sich aber, frühzeitig mit uns Kontakt aufzunehmen, wenn Sie für 2020 mit einem betrieblichen Jahresfehlbetrag rechnen. Wir können dann gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.