Lebenszyklus und Steuerplanung

Nachdem wir im letzten Artikel gezeigt haben, wie ein Unternehmen der Öffentlichkeit darstellen kann, was es neben den Anteilseignern auch für die Mitarbeiter, die Umwelt und die Gesellschaft leistet (Stichwort: Gemeinwohl Ökonomie Bilanz), geben wir heute einen Überblick über die globalen Gedanken, die man sich hinsichtlich einer langfristigen Steuerstrategie machen kann.

a) Steuer- und Lebensalterzyklus
Der Verlauf der Grenzsteuerprogression, d.h. der Steuersatz, der für den nächsten verdienten Euro anfällt und der mit zunehmendem Einkommen steigt, kann oftmals für einen Teil des Lebens der Steuerbelastung mit zunehmendem Alter parallel laufen. Zu Lebensbeginn werden in der Regel keine Einnahmen erzielt. In der folgenden Berufsphase wird regelmäßig zunehmend mehr verdient, wodurch auch höhere Steuerbelastungen anfallen.
Nach der beruflichen Tätigkeit sinkt der Grenzsteuersatz dann aber regelmäßig wieder, weil die Einkommen dann wieder zurückgehen. Wir möchten Ihnen nachfolgend darstellen, welche beispielhaften Möglichkeiten überlegt werden können, um diesem Parallelverlauf zu begegnen, d.h. eine Verringerung der Höchststeuerbelastung zu erreichen.

b) Steuerplanungsüberlegungen
Soll die gesamte Steuerbelastung eines Lebens minimiert werden, so ist zu planen, wie zu versteuerndes Einkommen von der Phase des Höchstverdienstes - und somit des höchsten Steuersatzes­ in die Phasen vor oder nach der höchsten Progression verlagert werden kann.

Vorverlagerung
Da Einkünfte bei einem Steuerpflichtigen nicht vorverlegt werden können, kann darüber nachgedacht werden, Einkünfte, die der hohen Besteuerungsphase unterliegen z.B. an Kinder zu überragen, die keine oder nur eine sehr geringe Steuerbelastung haben. Beispiele hierfür können mitunternehmerische Beteiligungen am Unternehmen oder Darlehensschenkungen sein.

Nachverlagerung
In der Phase einer hohen Steuerbelastung kann überlegt werden, durch Investitionen in abschreibungsrelevantes Vermögen Einkommen in die Phase nach der aktuellen aktiven Tätigkeit zu verlagern. Hier bieten sich u.a. Investitionen mit hohen Anfangsabschreibungen wie Denkmalschutzimmobilien oder Photovoltaikanlagen an.

Auslagerung
Sind durch berufliche Tätigkeiten und/ oder Erbschaften Vermögen vorhanden, die nicht in absehbarer Zeit benötigt werden, so kann überlegt werden, diese in Gesellschaften einzubringen, die zu einer niedrigeren laufenden Besteuerung führen. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, können Vermögen, insbesondere Immobilienvermögen, in vermögensverwaltende Kapitalgesellschaften oder vermögensverwaltende Personengesellschaften eingebracht werden, wodurch u.a. Gewerbesteuern gespart und mit diesen gesparten Steuern weitere Investitionen getätigt werden können. Bestehen größere Vermögen, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind, so kann überlegt werden, diese in eine eigene Stiftung einzubringen. Neben steuerlichen Vorteilen bei einer nicht gewerblich tätigen Stiftung kann über eine Stiftung das Vermögen über Generationen mit der vom Gründer vorgegebenen Zielsetzung verwaltet und genutzt werden. Wird anstelle einer reinen Familiengesellschaft eine gemeinnützige Stiftung errichtet, können neben der Versorgung von Familienangehörigen mit dem Vermögen Ideale im gemeinnützigen Bereich unterstützt und gefördert werden. Bei der Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft ergeben sich durch Spendenbescheinigungen im Rahmen der Kapitaleinbringung sowie unter erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten zusätzliche steuerliche Vorteile. Mit der vorstehenden Skizzierung von beispielhaften Möglichkeiten, um einer Steuerprogression gegenzusteuern, konnten nur Anstöße gegeben werden, sich bewusst mit Steuern und Einkommen bzw. Vermögen auseinanderzusetzen, um hierdurch planmäßige und vorausschauende Gestaltung die Lebenssteuerbelastung zu minimieren.

Wir helfen Ihnen gerne bei Ihrem Projekt Gemeinwohl-Bilanz.
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