Stundungen von Steuerzahlungen

Seit Beginn der Corona-Krise hat die Finanzverwaltung nicht nur die Vorauszahlungen zu den Ertragsteuern 2020 problemlos bis auf Null herabgesetzt, sondern auch die monatlich fälligen Umsatz- und Lohnsteuer großzügig gestundet.
Es muss damit gerechnet werden, dass diese großzügigen Handhabungen ab 2021, oder spätestens nach Ende der Krise beendet werden.

Unter der Überschrift „Mitwirkung des Bundesministeriums der Finanzen bei Billigkeitsmaßnahmen bei der Festsetzung oder Erhebung von Steuern, die von den Landesfinanzbehörden im Auftrag des Bundes verwaltet werden“ hat das Bundesfinanzministerium bereits am 1. Oktober 2020 verfügt, dass

  1. bei Stundungen, wenn der zu stundende Betrag höher ist als 500.000 Euro und für einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten gestundet werden soll

und

  1. bei Erlassen, wenn der Betrag, der erlassen (erstattet, angerechnet) werden soll, 200.000 Euro übersteigt, …

… die obersten Finanzbehörden der Länder (bei uns also das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, im Regelfall vertreten durch das örtlich zuständige Finanzamt) die Entscheidung nicht selber treffen dürfen, sondern zuvor die Zustimmung des Bundesfinanzministeriums einholen müssen.

Grundsätzlich empfehlen wir unseren Mandanten, frühzeitig mit uns in Kontakt zu treten und eine Planung der Rückzahlungen der bisher gestundeten Steuerbeträge vorzunehmen.

(Stand: 11.11.2020)