Ab dem 1.7.2026 wird die digitale Steuererklärung deutlich einfacher: Mit einer neuen Funktion in der App „MeinELSTER+“ können Millionen Steuerpflichtige ihre Steuererklärung mit nur einem Klick übermitteln.
Hintergrund
Unter dem Namen „okELSTER“ startet im Sommer 2026 eine neue, vereinfachte Form der digitalen Steuererklärung. Entwickelt wurde die Funktion im Rahmen des ELSTER-Verfahrens, das vom Freistaat Bayern für Bund und Länder programmiert wird. Ziel ist es, die Abgabe der Einkommensteuererklärung schneller, nutzerfreundlicher und vollständig digital zu gestalten.
Zum Start können ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Bezieherinnen und Bezieher von Renteneinkünften die neue Funktion nutzen. Voraussetzung ist ein gültiges ELSTER-Konto. Ab dem 31.3.2026 besteht die Möglichkeit, sich in der App „MeinELSTER+“ für die neue Funktion freischalten zu lassen.
Neue Funktion ab Sommer 2026 verfügbar
Ab Juli erhalten die betreffenden Personen dann eine vom Finanzamt vorbereitete Steuererklärung für das Steuerjahr 2025 – inklusive Vorschau auf den Steuerbescheid. Grundlage sind die bei der Finanzverwaltung bereits gespeicherten Daten, etwa aus Lohnsteuerbescheinigungen oder Rentenbezugsmitteilungen. Sind alle Angaben korrekt, genügt ein Klick zur Übermittlung. Änderungen oder Ergänzungen können vorab direkt in der App vorgenommen werden.
Der gesamte Ablauf erfolgt digital und papierlos. Dies soll nicht nur Zeit sparen, sondern auch die Bearbeitung in den Finanzämtern beschleunigen. Die Funktion steht bundesweit zur Verfügung und soll schrittweise auf weitere Personengruppen ausgeweitet werden. Perspektivisch ist auch eine Nutzung über die Webversion vorgesehen.
Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte: „Einfacher geht Steuer nicht – schnell, transparent und ohne Kosten für die Nutzerinnen und Nutzer.“ Auch Baden-Württembergs Finanzminister Dr. Danyal Bayaz erklärte: „Die Steuererklärung soll kein Stress mehr sein. Mit okELSTER machen wir Steuern für viele Menschen deutlich unkomplizierter.“
Warum „Ein Klick“ nicht immer die beste Wahl ist
So verlockend die Ein-Klick-Steuererklärung via okELSTER ab 2026 klingt: Die App ist ein reines „Annahme-Tool“. Sie übernimmt lediglich die Daten, die der Finanzverwaltung bereits vorliegen (z. B. Lohnsteuerbescheinigung, Rentendaten oder Krankenversicherungsbeiträge).
Die Gefahr für Steuerpflichtige: Wer blind auf den Button klickt, verschenkt oft bares Geld. Die App weiß nichts von Ihren individuellen Belastungen, die die Steuerlast massiv senken können, wie zum Beispiel:
- Individuelle Werbungskosten: Homeoffice-Pauschale, Fortbildungen oder Fahrten zur Arbeit, die über die Standardwerte hinausgehen.
- Außergewöhnliche Belastungen: Krankheitskosten oder Pflegeaufwendungen.
- Haushaltsnahe Dienstleistungen: Handwerkerrechnungen oder Reinigungskräfte.
Unser Fazit als Steuerberater: Die Digitalisierung ist ein Gewinn für die Schnelligkeit, ersetzt aber keine steuerliche Gestaltung. okELSTER prüft nur die Plausibilität der vorhandenen Daten, nicht aber Ihre Sparpotenziale.
Tipp von HBplus: Bevor Sie 2026 den „Ein-Klick“ wagen, lassen Sie Ihre Daten professionell prüfen. Wir stellen sicher, dass Sie nicht nur schnell abgeben, sondern auch kein Geld beim Finanzamt liegen lassen.